Oft gestellte Fragen – CALIDA gibt Antwort

Noch Fragen? Hier finden Sie die häufigsten Fragen, die uns bei CALIDA rund um die unternehmerische Verantwortung gestellt werden. Wenn Sie auf Ihre Frage keine Antwort finden, können Sie sich an uns wenden  - wir helfen Ihnen gerne weiter.

Antworten zu:

Produktqualität und -verantwortung >

Lieferantenmanagement >

Schonender Umgang mit Umweltressourcen >

 

 

Fragen zu Produktqualität und -verantwortung 

1. CALIDA ist OEKO-TEX® Standard 100 zertifiziert, es taucht aber auch immer wieder der Begriff «REACH» auf. Was ist REACH und was ist der Unterschied zu OEKO-TEX®, und inwieweit betrifft REACH die Firma CALIDA?

REACH ist eine europäische Chemikalienverordnung zum Schutz der menschlichen Gesundheit und zum Schutz der Umwelt. Sie verpflichtet alle Firmen der Textil- und Bekleidungsindustrie dazu, ihre Abnehmer darüber zu informieren, wenn die produzierten Waren bestimmte Substanzen in einer definierten Menge enthalten. Das gilt natürlich auch für CALIDA. Die Anforderungen von OEKO-TEX® und REACH werden laufend aufeinander abgestimmt.


2. Was ist der Unterschied zwischen STeP by OEKO-TEX® und MADE IN GREEN by OEKO-TEX®?

STeP by OEKO-TEX® ist eine Zertifizierung, welche pro vordefiniertem Produktionsschritt durchgeführt werden muss. Während MADE IN GREEN by OEKO-TEX® ein Label ist, das Produkte auszeichnet, die von STeP by OEKO-TEX®-zertifizierten Unternehmen hergestellt worden sind. Nur wenn die gesamte vorgegebene Produktionskette mit STeP by OEKO-TEX® zertifiziert ist, kann ein MADE IN GREEN by OEKO-TEX® Label angefordert werden.


3. Wieso hat sich CALIDA für MADE IN GREEN by OEKO-TEX® entschieden?

Wir haben uns für MADE IN GREEN by OEKO-TEX® entschieden, weil wir der Ansicht sind, dass es das Label ist, das unserem Nachhaltigkeitsbegriff am besten entspricht. Viele Alternativen, welche wir geprüft haben, decken nur einen Teil unserer Vorstellungen ab. Mit den STeP by OEKO-TEX®-Zertifikaten und dem MADE IN GREEN by OEKO-TEX® Label sind sowohl Umwelt- wie auch soziale Aspekte berücksichtigt und das mit einer sehr hohen Transparenz für unsere Kundinnen und Kunden.


4. Verdient auch ein Produkt, das in Asien hergestellt wurde, die Bezeichnung «Schweizer Qualität»?

Wenn es ein CALIDA-Produkt ist, auf jeden Fall ja. Es erfordert in jedem Land Erfahrung, Mühe und Sorgfalt, ein Produkt von Schweizer Qualität herzustellen. Besonders in Asien begegnet man grossem Respekt vor Schweizer Produkten und ebenso grossem Interesse, solch hochwertige Produkte herzustellen. Es lohnt sich, in motivierte Lieferanten Zeit und Training zu investieren, um gemeinsam ein Schweizer Qualitätsprodukt zu entwickeln.


5. CALIDA produziert ihre Kollektionen heute bei ca. 20 Partnern in verschiedenen europäischen und asiatischen Ländern. Seit Jahrzehnten ist die Marke ein Inbegriff für «Schweizer Qualität». Ist dieses Statement denn heute noch aktuell?

Es ist bei CALIDA selbstverständlich, dass alle Artikel denselben hohen Anforderungen genügen müssen. Alle CALIDA-Produkte werden nach wie vor in der Schweiz entworfen, die Materialien werden hier ausgewählt, geprüft und die Passform entwickelt. Damit finden die Sicherung der Qualität und ein grosser Teil der Wertschöpfung am Hauptsitz in Sursee statt. Die Aufgabe der Lieferanten ist es, diese Anforderungen und Ideen exakt umzusetzen.


6. Wie stellt CALIDA sicher, dass die hohen Qualitätsstandards bei allen Lieferanten eingehalten werden, sowohl in Europa als auch in Asien?

Besonders wichtig ist es, langjährige Geschäftsbeziehungen zu den Lieferanten zu pflegen. Für den Aufbau einer partnerschaftlichen Basis ist ein enger Knowhow-Transfer von CALIDA zum Lieferanten nötig. Zusätzlich werden dem Lieferanten verschiedene Qualitätshandbücher mit genauen Vorschriften zu Stoffen, Zutaten, Verarbeitung, Passform und Verpackung übergeben. Die Produzenten wissen also sehr genau, was von ihnen erwartet wird und nach welchen Massstäben die Produkte von CALIDA beurteilt werden.

 

 

Fragen rund ums Lieferantenmanagement

1. CALIDA ist seit Anfang 2006 BSCI-Mitglied. Was hat dazu geführt, dass sich CALIDA zu einer Mitgliedschaft entschlossen hat? Anders gefragt: Was ist die Motivation von CALIDA, bei BSCI mitzumachen?

Für die Mitgliedschaft in der BSCI hat sich CALIDA entschieden, um mit einem starken und erfahrenen Partner zusammen Sozialstandards in den Zulieferbetrieben zu analysieren und gegebenenfalls zu verbessern.


2. Was sind die grössten Herausforderungen für CALIDA im Zusammenhang mit der BSCI?

Einige Lieferanten sind bereits von anderen Organisationen im Bereich Nachhaltigkeit zertifiziert. Bislang erkennen sich die unterschiedlichen Initiativen nur teilweise gegenseitig an. Daher kann es bei den Lieferanten zu einer gewissen Audit-Müdigkeit kommen, wenn sie ein zusätzliches Audit absolvieren müssen.


3. Welche Auswirkungen hat der Code of Conduct der BSCI auf die Audits?

Die Audits sind komplex und anspruchsvoll. Das Management der auditierten Betriebe wird stark in die Pflicht genommen. Einige Betriebe haben weniger gute Audit-Ergebnisse erhalten und arbeiten nun an einem Massnahmenplan, welcher sie dann zu einem besseren Ergebnis führen wird.


4. Neben BSCI ist auch OEKO-TEX® ein Standard, den CALIDA von ihren Lieferanten einfordert. Was passiert, wenn ein Lieferant den Standard OEKOTEX® 100 nicht einhält?

Grundsätzlich wird vor der Produktion ein OEKO-TEX® Zertifikat aller verwendeten Materialien und Zutaten von den jeweiligen Lieferanten angefordert. Kann das Zertifikat nicht vorgelegt werden, so kann dieses betreffende Material nicht für die CALIDA eingesetzt werden und es muss Ersatz beschafft werden.


5. Was ist der Unterschied zwischen BSCI und STeP/MADE IN GREEN by OEKO-TEX®?

BSCI und MADE IN GREEN by OEKO-TEX® können so nicht unbedingt miteinander verglichen werden; während BSCI eine Unternehmensinitiative ist, die es sich zum Ziel gemacht hat, die Arbeitsbedingungen innerhalb der Lieferkette zu verbessern, ist MADE IN GREEN by OEKO-TEX® ein unabhängiges TextilLabel, das Textilien auszeichnet, die aus schadstoffgeprüften Materialien, mit umweltfreundlichen Prozessen sowie unter sozial verantwortlichen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. STeP by OEKO-TEX® ist innerhalb dieser Kette das Zertifizierungs-System, das die Betriebsstätten auf nachhaltige und sozial verantwortliche Produktionsbedingungen analysiert, optimiert und zertifiziert.


6. Akzeptiert STeP/MADE IN GREEN by OEKO-TEX® die BSCI? Und umgekehrt?

Nein. Leider ist es so, dass sich die verschiedenen Zertifizierungssysteme nicht gegenseitig akzeptieren. Diesen Punkt können wir leider nicht verhandeln. Es ist uns bewusst, dass die BSCI aktuell einen höheren Bekanntheitsgrad aufweist. Uns überzeugt an MADE IN GREEN by OEKO-TEX®, dass es durch die STeP by OEKO-TEX® -Zertifizierungen ein vollumfängliches Konzept darstellt, das die gesamte Produktionskette einschliesst. Deshalb haben wir uns für diesen Weg entschieden.

 

 

 

Fragen rund um das Thema: Schonender Umgang mit Umweltressourcen

1. Warum ist gerade der Produkttransport ein für CALIDA wichtiges Thema im Bereich der Umweltressourcen?

Die Materialien für unsere Textilien und Produkte werden oft über längere Strecken transportiert. Uns ist bewusst, dass die so entstehenden Emissionen des Lastwagenverkehrs Luft und Umwelt belasten. Um unnötige Fahrten oder Leerfahrten zu vermeiden, planen und überwachen wir unsere Transporte sehr genau. Dies geschieht natürlich nicht zuletzt auch aus Kostengründen. Durch unsere jahrzehntelange Zusammenarbeit mit unseren Transportpartnern können wir genau beurteilen, welchen Umweltstandard sie haben. Uns ist wichtig, dass ihre Transportflotte mit modernen Fahrzeugen die strengen geltenden EU-Normen erfüllen.


 2. Um die Umwelt beim Transport weitgehend zu schonen, betreibt CALIDA verschiedene Aktivitäten wie die «Rundläufe» und das «Cross-Docking». Können Sie kurz erklären, was mit diesen beiden Begriffen gemeint ist?

Rundläufe sind gecharterte Fahrzeuge, die direkt und exklusiv für uns zwischen unserem Zentrallager in Sursee und unserem Produktionshauptstandort in Ungarn fahren. Da wir diese Fahrzeuge immer zu 100 % beladen, fahren sie jeweils den direktesten Weg und müssen keine Umwege machen, um zusätzliche Fracht zur Kostenoptimierung zu laden. Unnötige Umwege und dadurch entstehende Emissionen werden dadurch reduziert. «Cross Docking» ist ein Distributionssystem, welches die Güter von verschiedenen Lieferanten an ein Hauptlager liefert, dort bündelt und danach ohne Zwischenlagerung schnell an weitere Lager verteilt. CALIDA Sursee ist ein solches Hauptlager, das täglich durchschnittlich 15-mal aus ganz Europa mit Vormaterialien beliefert wird. Diese werden mit unseren Rundläufen zu den Produktionsstätten geliefert. Würde jeder Lieferant selber nach Ungarn liefern, würde das eine Unmenge von Kleinmengen-Transporten und somit höhere Kosten und Emissionen generieren.


3. CALIDA betreibt in der Schweiz ein Zentrallager für ihre Fertigartikel-Distribution. Ist es aus ökologischer Sicht sinnvoll, aus der Schweiz heraus die Kunden der CALIDA zu beliefern?

Sursee liegt, geografisch gesehen, günstig zu unseren Hauptmärkten Schweiz und Deutschland. Das Zentrallager erlaubt, ähnlich wie beim «Cross Docking», eine Bündelung der Sendungen für unsere Kunden, was zu weniger Transporten und Verpackungseinheiten führt. Dezentrale Lager generieren viele zusätzliche Transporte zwischen den Standorten sowie zum Kunden. Für die Distribution der Ware nützen wir bestehende, bewährte Dienstleister. Für die Schweiz ist das die Schweizerische Post und für Europa trans-o-flex. Beide haben ausgefeilte und flächendeckende Paket-Verteilnetze. So können wir vermeiden, dass Extratransporte nur für CALIDA generiert werden.


4. Welche konkreten wesentlichen Aspekte im Bereich Umwelt werden bei einer STeP by OEKO-TEX® Zertifizierung betrachtet?

Drei von sechs Kapiteln beschäftigen sich mit Umweltfragen im weiteren Sinn. Das zeigt, welche grosse Rolle Umweltfragen hier spielen. Einerseits geht es um die richtige Beschaffung, Lagerung und Entsorgung von Chemikalien (wobei es sich insbesondere in einem Konfektionsbetrieb um eine kleine Anzahl und Menge von Chemikalien handelt). Ferner geht es darum, welche Leistungen in Bezug auf die Umwelt schon heute erbracht werden. Darunter kann man z.B. den Einsatz umweltschonender energieeffizienter Anlagen verstehen, genauso wie das Vermeiden von Abfall bzw. die richtige Entsorgung einschliesslich Recycling. Ein weiterer sehr wesentlicher Punkt ist die Auseinandersetzung des Managements mit Umweltfragen: Anhand eines Management-Systems werden alle wesentlichen Fragen behandelt; daraus entsteht die Definition der Umweltziele und die Verfolgung der Zielerreichung.